Ein prägnantes Klaviermotiv eröffnete den Abend, bevor der Chor mit spürbarer Energie einsetzte: „God Gave Rock ’n’ Roll to You“ von Kiss bildete den kraftvollen Startschuss für das Konzert „Forever Young – Hits and Oldies“ des MGV Dinslaken Feldmark 1907 in der Aula der Ernst-Barlach-Gesamtschule – und machte sofort deutlich, wohin die musikalische Reise führen sollte.
Die Aula war sehr gut besucht, das Publikum altersmäßig breit gefächert. Unter der musikalischen Gesamtleitung von Stefan Büscherfeld spannte der MGV einen Bogen über verschiedene Jahrzehnte und Stilrichtungen. Gefühlvolle Balladen wie Herbert Grönemeyers „Der Weg“ oder „Bridge Over Troubled Water“ von Simon & Garfunkel standen neben Pop- und Rockklassikern. In den vergangenen Jahren haben sich die Feldmärker einen Namen damit gemacht, klassische Männerchorliteratur mit modernen Arrangements und populären Titeln zu verbinden. Auch diesmal bestätigte der Chor diesen Ruf und präsentierte ein Programm, das musikalische Vielfalt überzeugend einlöste.
Ein zentrales Element des Abends war dabei das bewusst eingeplante Mitsingen. Viele der ausgewählten Titel luden zum Mitmachen ein – und das Publikum nahm dieses Angebot gerne an. Refrains wurden sicher angestimmt, rhythmisch mitgeklatscht und teils sogar mehrstimmig unterstützt. Das Konzept, Chor und Zuhörer musikalisch enger zusammenzuführen, ging sichtbar auf und prägte die Atmosphäre des Konzerts spürbar.
Durch den Abend führte der 1. Vorsitzende Werner Claaßen mit sicherem Gespür für Timing und Publikum. Seine pointierten Moderationen sorgten immer wieder für heitere Momente im Saal.
Auch musikalisch setzte Claaßen Akzente. Mit „Gewinner“ von Clueso bewies er stimmliche Präsenz. Für einen besonderen Moment sorgte er mit einem Überraschungsauftritt: Als Udo Lindenberg kostümiert betrat er die Bühne und interpretierte „Wieder genauso“ mit klarer Stimme und viel Gefühl. Die Darbietung war musikalisch sorgfältig gearbeitet, mit spürbarer Hingabe vorgetragen und stimmlich überzeugend gestaltet – der Applaus fiel entsprechend deutlich und lang anhaltend aus.
Neben den gemeinsamen Auftritten mit dem Chor gestaltete die Coverband „Paracetamoll“ auch eigene Programmblöcke. Mit Rock- und Popklassikern setzte sie eigenständige Akzente und sorgte für zusätzliche musikalische Dynamik im Ablauf des Abends. In den gemeinsamen Stücken agierten Chor und Band abgestimmt und mit spürbarer Spielfreude.
Die Stimmung blieb durchgehend gelöst und aufmerksam. Musik wurde hier nicht nur dargeboten, sondern gemeinschaftlich erlebt – ein Ansatz, der an diesem Abend deutlich funktionierte. Entsprechend positiv fielen die Rückmeldungen nach dem Konzert aus.
Der MGV probt dienstags um 20 Uhr in der Gaststätte „Am Rubbert“. Neue Sänger sind willkommen.
Ein Zeitungsartikel geschrieben von Benjamin Claaßen

